Ist meine Hochzeit in Gefahr? 3 wichtige Antworten zum Corona-Virus

Ist meine Hochzeit in Gefahr wegen dem Corona-Virus, Covid-19

Das Corona-Virus ist mittlerweile auch in der österreichischen Hochzeitsbranche angekommen. Ich möchte in diesem Artikel gar nicht über Symptome oder mögliche Gefahren der Ausbreitung sprechen, sondern ganz konkret auf die Fragen eingehen, die sich viele Brautpaare im Moment stellen.

UPDATE – 12.3.2020

Aktuelle Maßnahmen gegen das Corona-Virus

In der gestrigen Pressekonferenz haben Bundeskanzler Kurz, Gesundheitsminister Anschober und Innenminister Nehammer Maßnahmen präsentiert, die die Ausbreitung des Covid-19 in Österreich eindämmen sollen. Grund dafür ist, dass die Regierung eine Extremsituation wie in Italien verhindern möchte. Ein schrittweises Herunterfahren des Landes soll vorbeugend dazu führen, dass unser Gesundheitssystem und auch das alltägliche Leben funktionsfähig bleiben.

Die aktuellen Maßnahmen, die die Bundesregierung gestern beschlossen hat, umfassen konkret:

  • Schließung von Unis und FHs
  • Einschränkung sozialer Kontakte im Allgemeinen
  • Appell zum Home-Office
  • Einreiseverbot für Personen aus Italien

Outdoor-Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern und Indoor-Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern bis Anfang April abgesagt

Meine Kolleginnen und ich haben uns heute während unserer Videokonferenz u.a. zu diesem Thema unterhalten. Einige unserer Brautpaare haben sich schon seit einigen Wochen Sorgen gemacht und daher möchte ich heute die
3 brennendsten Fragen zum Thema Corona-Virus und Hochzeit beantworten.*

1. Wie wirkt sich das Corona-Virus auf deine Hochzeit aus?

Die wohl für Brautpaare bedeutendste Maßnahme ist der ab heute (11.3.2020) geltende Erlass, dass Outdoor-Veranstaltungen mit über 500 Teilnehmern und Indoor-Veranstaltungen mit über 100 Teilnehmern bis 3.4.2020 abgesagt werden. Bitte beachtet bei der Teilnehmeranzahl eurer Hochzeit auch alle Dienstleister einzurechnen.

Alle Brautpaare, die ihre Hochzeit noch diesen Monat, aber auch im April planen, sollten sich alsbald mit ihrer Location und den gebuchten Dienstleistern in Verbindung setzen. Der Erlass gilt zwar bis Anfang April, aber im Moment würde ich nicht ausschließen, dass er verlängert wird, wenn notwendig.

Ich sehe es als sehr wahrscheinlich an, dass Hochzeiten in diesem Zeitraum abgesagt werden müssen. In diesem Fall tritt das österreichische Vertragsrecht in Kraft. Alle Verträge, die ihr (hoffentlich) mit euren Dienstleistern abgeschlossen habt, sollten eine Klausel in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen zum Thema „vorzeitiges Vertragsende“ beinhalten. Stornokosten oder die Einbehaltung von Anzahlungen sind bei solch kurzfristigen Absagen realistisch. Ob ihr euch dagegen versichern könnt, lest ihr weiter unten.

Was könnt ihr tun, damit eure Hochzeit in den nächsten Wochen doch stattfinden kann?

Überlegt euch, ob ihr die Gästeanzahl (inkl. Dienstleistern) auf maximal 100 Personen begrenzen könnt. Dann sollte einer Feier nichts im Wege stehen.

Verschiebt ihr die Hochzeit lieber, gibt es hier zwei Möglichkeiten: Zum einen könnt ihr sie in das nächste Jahr verlegen. Fragt nach, ob eure Location und die bereits von euch gebuchten Dienstleister noch verfügbar sind. Falls ja, schreibt ihr die Verträge am besten um. Die Anzahlungen wären somit nicht verloren und ihr müsst keine neuen Professionisten suchen. Zum anderen besteht bei vielen Paaren der Wunsch noch in diesem Jahr zu heiraten. Hier kann ich euch nur raten, sehr flexibel zu sein – ich halte es für sehr schwierig einen Freitags- oder Samstags-Termin zu bekommen. Macht euch mit dem Gedanken vertraut, vielleicht an einem Sonntag oder unter der Woche zu heiraten, wenn es noch 2020 sein muss. Der Vorteil an einer Hochzeit unter der Woche: Die Dienstleister sind auch flexibler als an den Wochenenden und so könnt ihr eure gebuchten Partner mitnehmen.

Was Hochzeiten nach 3.4.2020 betrifft, kann noch keiner eine qualifizierte Aussage geben. Ich werde euch auf dem Blog aber am Laufenden halten.

2. Welche Folgen hat das Corona-Virus auf die Hochzeitsbranche?

Auf den ersten Blick mag es vielen so erscheinen als sei eine Hochzeit lediglich eine kleine private Feier. Wenn man aber bedenkt, wie viele unterschiedliche Professionisten am Werk sind, dann wird einem das Ausmaß schon klarer. Angefangen von den Locations, Cateringunternehmen, Floristen, Foto- und Videografen bis hin zu Möbellieferanten und natürlich Hochzeitsplanern, all diese Unternehmen müssen – zumindest in den nächsten Wochen – mit Einkommensausfällen rechnen. Hinzu kommt noch, dass die Fixkosten dieser Unternehmen weiterhin beglichen werden müssen – Personal, Büros und Lager sind weiterhin vorhanden, auch, wenn keine Aktivitäten stattfinden. Die negativen finanziellen Auswirkungen auf kleine und mittlere Betriebe sind durch diese von der Regierung getroffenen Maßnahmen enorm.

Zum Thema Umsatzrückgang in Betrieben, lässt sich auf der WKÖ-Seite folgendes nachlesen: „Grundsätzlich gibt es keine öffentliche finanzielle Abfederung zur Liquiditätsüberbrückung bei Umsatzrückgängen aufgrund äußerer Einflüsse. Eine Ausnahme stellt der Verdienstentgang dar, der durch eine Betriebsbeschränkung oder eine Betriebsschließung entstanden ist, die aufgrund einer Verordnung nach § 20 Abs. 4 Epidemiegesetz verfügt wurde.“

Unternehmer können bei erheblichen Einkommenseinbrüchen das Herabsetzung der Einkommensteuer-Vorauszahlungen beantragen. Nähere Informationen findet ihr in den Links am Ende dieses Textes.

3. Kann man sich gegen Corona versichern?

Diese Frage stellten mir einige Brautpaare schon vor Wochen und dazu habe ich eine kurze, wenn auch leider negative Antwort von einer unserer Versicherungsagenturen erhalten:

Seuchen und Epidemien sind aus allen Versicherungen ausgeschlossen und können nicht versichert werden.

Sollte eure Hochzeit Gefahr laufen abgesagt oder verschoben werden zu müssen, dann gilt wie oben erwähnt das österreichische Vertragsrecht.

Abschließend möchte ich sagen, dass ich mir für alle wünsche, nicht in Panik zu verfallen. Das Virus an sich, ist für den Großteil von uns harmlos. Lediglich für die Risikogruppen (der älteren und gesundheitlich vorbelasteten Menschen) kann eine Ansteckung gesundheits- bzw. lebensgefährdend sein. Daher haben wir meiner Meinung nach als Gesellschaft die Verpflichtung diese Personen zu schützen. Mit etwas Hausverstand und gutem Willen, können wir alle dazu beitragen, dass die Ausbreitung des Virus im Zaum gehalten wird und die Unsicherheit bald vorbei ist. Das sollte in unser aller Interesse sein.

 

Links:

Quellen:

 

*Ich möchte darauf hinweisen, dass dieser Text meine persönliche Meinung darstellt und nach bestem Wissen und Gewissen verfasst wurde. Er stellt keine rechtlich bindenden Sachverhalte oder Handlungsanweisungen dar und bezieht sich zum Teil auf die oben genannten Quellen.

Bildquelle: Roland Faistenberger Wedding Photographer

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