Brautpaare und ihre Überlegungen zu ihrer Hochzeit in Corona-Zeiten

Corona-Hochzeit Brautpaare und ihre Gedanken - Ramona Hackl

Verfolgen wir nicht alle regelmäßig die Neuigkeiten rund um Vorgaben zu Veranstaltungen, speziell auch Hochzeiten? Es ist ja fast ein Nervenkitzel, dieses ständige Interpretieren von Informationshappen: „Hochzeiten […] dürfen im engen familiären Kreis stattfinden,“ verkündet das Bundesministerium am 15.4.2020. Wir warten auf Ende April, denn es hieß, dass es bis dahin einen konkreten Fahrplan zu Hochzeiten geben wird. In den letzten Wochen haben meine Kolleginnen und ich natürlich viel mit unseren Brautpaaren gesprochen, überlegt und gefiebert und auch leider schon begonnen, Hochzeitsfeiern zu verschieben.

Die Gründe für ein Verschieben der Hochzeit

Wie wir richtig vorhergesehen hatten, ist es in unserem Team zu einigen Planänderungen bei unseren Hochzeiten gekommen. Wie ihr als Brautpaare wisst, obliegt die Entscheidung hier einzig und allein euch.

Abgesehen von gesetzlichen Regelungen hat jedes Brautpaar seine persönlichen Gründe, die Hochzeit zu verschieben.

Im Fall der Hochzeiten, die ich begleite, ist es so, dass fast alle Brautpaare aus dem Ausland einreisen – beispielsweise aus den USA und Großbritannien. Auch, wenn Hochzeiten in welcher Form auch immer in Österreich in einigen Wochen oder Monaten wieder erlaubt sein sollten, ist trotzdem nicht garantiert, dass das Reisen möglich sein wird. Im Moment gilt in UK ein 12-wöchiges Reiseverbot, wenn man positiv auf Corona getestet wurde. Das hat mir einer meiner Bräutigame erzählt [ich habe diese Information nicht verifiziert]. Zusätzlich ist seine Mutter gesundheitlich nicht fit und würde sich in einer großen Gruppe nicht wohlfühlen. Für ihn ist es schlichtweg zu risikoreich die Hochzeit diesen Juni abzuhalten (und mittlerweile auch nicht möglich mit über 100 Gästen). Er hat nicht nur den Wunsch, dass alle Gäste – und damit sind auch die Älteren gemeint – dabei sind, sondern auch, dass sie sich wohl fühlen und für ihn und seine Braut ist das im Moment nicht gegeben. Diese Informationen haben die Brautpaare und wir als Dienstleister im Moment und manche Brautpaare möchten nun eben jetzt die Entscheidung fällen und nicht abwarten. Das ist eine Meinung anhand derer die Entscheidung fiel die Hochzeit um ein Jahr zu verschieben.

Zahlreiche Dienstleister und ich haben bereits viele Stunden Arbeit in die Vorbereitungen investiert, daher ist es dem Brautpaar als auch mir ein Anliegen dieselben Professionisten weiter an Board zu haben. Ich persönlich habe alle Dienstleister angerufen, um zu fragen, ob eine Verschiebung auch für sie in Ordnung geht. Ich muss sagen, dass ich positiv überrascht war, dass fast alle Partner sehr flexibel und willig waren um ein Jahr zu verschieben. Natürlich kam es in einer Situation vor, dass ein Dienstleister bereits gebucht war und den neuen Termin einfach nicht mehr anbieten konnte. Hier haben wir mit ehrlicher und offener Kommunikation eine Lösung gefunden.

Blockieren von mehreren Terminen

Ich habe auch miterlebt, dass bei Brautpaaren mehrere mögliche Alternativtermine in Frage kommen, sodass ich gebeten wurde, die Dienstleister für alle diese Termine anzufragen. Im Grunde spricht ja nichts dagegen erst mal herauszufinden welcher Termin für die meisten oder sogar alle Dienstleister noch möglich wäre. Dafür habe ich Verständnis. Was leider nicht möglich ist, ist das Blocken von mehreren Terminen für längere Zeit. Ihr müsst als Brautpaar beachten, dass eure Dienstleister mehrere Brautpaare haben, die derzeit daran arbeiten ihre Hochzeit umzuplanen oder auch schon Anfragen von neuen Kunden für das Jahr 2021 erhalten. Daher ist es nicht möglich, zahlreiche Termine nur für euch für längere Zeit zu blockieren.

Abwarten und Tee trinken

Einige Brautpaare, speziell diejenigen, deren Hochzeitstermine im Juli, August oder später sind, befinden sich in einer schwierigen Position. Denn einerseits ist die Unsicherheit weiterhin groß, weil es noch keine konkreten Vorgaben gibt, wie Hochzeiten in diesen Sommermonaten aussehen könnten. Eine meiner Bräute hat mir erzählt, dass sie am meisten Druck von den Gästen selbst verspürt:

Ich erhalte jeden Tag Nachrichten mit der Frage, ob unsere Hochzeit stattfinden wird. Ich weiß nicht was ich antworten soll, denn ich weiß es schlicht und einfach im Moment selbst nicht.

Es ist eine große Belastung. Die Vorfreude war groß und jetzt scheint alles anders zu kommen als erwartet. Die Unsicherheit macht es natürlich auch nicht so einfach, sich für eine Verschiebung oder Planänderung zu entscheiden. Die Hoffnung ist groß, dass es in irgendeiner Form im Juli und August möglich sein wird, zu heiraten – hoffentlich mit zumindest einer kleinen Gruppe an Familie und Freunden. Aber hier können wir nur abwarten und bis Ende April Tee trinken mit der Hoffnung, dass es eine klare Regelung gibt (in wie fern Abstand halten, mit/ohne Mundschutz etc.), mit der wir dann tatsächlich eine Entscheidung treffen können.

Mehr zu Hochzeiten in Zeiten von Corona:

Eure Hochzeit in Zeiten von Corona

 

Bildquelle: Ramona Hackl, Lovestories by Mona

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