Wie man eine Hochzeitsplanerin in den Wahnsinn treibt

Wie man eine Hochzeitsplanerin in den Wahnsinn treibt

Meine Hochzeitssaison 2017 ist offiziell zu Ende. Das finale meiner Hochzeiten lässt mich über die vergangenen Monate nachdenken. Wie lief die Hochzeitsplanung aus meiner Sicht? Wie hat die Zusammenarbeit mit meinen Brautpaaren funktioniert? Was letzteren Punkt angeht, kommt mir hin und wieder ein Gedanke in den Sinn: Es gibt immer wieder Personen (und damit meine ich nicht nur Bräute), die einen nervlich ganz schön strapazieren. Ich möchte nicht sagen, dass es bisher jemand geschafft hätte mich in den Wahnsinn zu treiben (zumindest noch nicht). Aber es gibt schon Kandidatinnen und Kandidaten, die es selbst einer entspannten Person wie mir nicht einfach machen, sich nicht zu ärgern. Es gibt meiner Meinung nach drei Verhaltensmuster, die dazu beitragen eine Hochzeitsplanerin in den Wahnsinn zu treiben (oder zumindest in diese Richtung):

  1. EntscheidungsUNfreudigkeit

    Ich verstehe es natürlich (und das meine ich ernst), dass es bei all den Möglichkeiten, wie man seine Hochzeit feiern kann, nicht leicht ist, sich für eine Sache zu entscheiden. Es ist nicht nur die Location, die für einen optimal sein soll, nicht nur das ausgefallene Designkonzept, die hübsche Schriftart der Einladungen, die große Auswahl an Blumen, Kerzenfarben und vegetarischen Vorspeisen, worüber sich ein Brautpaar das Hirn zermartert. Es gibt unzählige Entscheidungen zu treffen und das ständig.Bitte liebe Brautpaare, nehmt euch die Zeit, um euch unsere Vorschläge anzusehen und durch zudenken.

    Wir Hochzeitsplanerinnen schlagen euch jene Optionen vor, von denen wir überzeugt sind, dass sie zu euch passen. Unzählige andere Meinungen einzuholen, Tausende Pinterest-Boards anzusehen und wochenlange Nachdenkphasen einzuplanen, ist auf Dauer keine gute Idee. Schließlich kann die Hochzeitsplanung nur dann weitergehen, wenn hin und wieder mal eine Entscheidung getroffen wird.

  2. ÜBEReifrigkeit

    Korrekt ist: Auch wenn ihr eine Hochzeitsplanerin engagiert habt, dürft ihr euch aktiv an der Hochzeitsplanung beteiligen. Das sehe ich sogar sehr gerne, denn schließlich ist es EUER großer Tag, an dem wir arbeiten. Jeder Input ist daher immer herzlich willkommen.

    Nicht korrekt ist: Als Brautpaar erledigt man zeitgleich genau dieselben Dinge, wie die Hochzeitsplanerin. Sprich: Bin ich gerade dabei Catering-Angebote einzuholen, muss man als Brautpaar nicht auch noch ein Dutzend Caterer im ganzen Land anschreiben, um sich wenig konkrete Vorschläge einzuholen, die zum Großteil vernachlässigbar sind.

    Als eure Hochzeitsplanerin (und ich bin mir sicher, dass es andere genauso machen), haben wir Arbeitspakete definiert und ich informiere euch kontinuierlich darüber, woran ich arbeite. Daher hat es gar keinen Sinn parallel an denselben Dingen zu werken. Das ist kontraproduktiv und alles andere als zeiteffizient. Produktivität und Zeiteffizienz waren doch Gründe, warum ihr eine Hochzeitsplanerin engagiert habt. Daher lasst euch bitte von mir durch die Planung führen und haltet euch an die ausgemachten To Do‘s.

  3. KONTINUIERLICHE Meinungsänderung

    Eine chronische Brautpaar-Krankheit ist die der Meinungsänderung. Ich kenne es ja von mir selbst: man war lange Zeit von etwas überzeugt und dann sieht man etwas anderes und ist plötzlich Fan dieser Sache. Es ist gar kein Problem (und das meine ich auch ernst), dass man die Meinung ab und an ändert. Es geht ja schließlich um einen der wichtigsten Tage eures Lebens. Zum Problem wird das Ganze, wenn die Meinungsänderung kontinuierlich und (gefühlt) unaufhörlich weitergeht. Ganz besonders, wenn ihr mir ein „Go“ gebt und ich in eine bestimmte Richtung organisiere. Ändert ihr eure Meinung, dann ist es nicht nur (ich sage es ganz hart) eine Verschwendung meiner Zeit, sondern auch unangenehm, wenn ich Professionisten absagen oder eventuell bestellte Dinge zurückschicken muss.

    Daher rate ich euch: Solange ihr von einer Sache nicht überzeugt seid, trefft keine finale Entscheidung. Schlaft lieber eine Nacht länger drüber. Oder sogar zwei. Trefft und vor allem (!) kommuniziert die Entscheidung erst, wenn ihr euch sicher seid.

Abschließend muss ich sagen, dass man als Hochzeitsplanerin natürlich eine sehr tolerante und entspannte Person sein muss. Ich will mich da gar nicht loben, dennoch habe ich bei meinen Brautpaaren einfach gute Nerven. Aber ich habe auch das Glück, mit entspannten und freundlichen Brautpaaren zusammen zu arbeiten. Das macht die Sache natürlich leichter. Die oben genannten Situationen sind daher (Gott sei Dank) in meinem Fall lediglich Ausnahmeerscheinungen 🙂

 

Beitragsbild: Photo by Brooke Lark on Unsplash

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