Wenn die Hochzeitstorte zum Kunstwerk wird

Tortenstudio, Andrea Kargl

Manche Termine bereiten mir besonders viel Freude. Vor allem, wenn ich mit köstlichen Süßigkeiten empfangen werde. Da hüpft mein Herz gleich auf Wolke 7. Das Interview mit Andrea Kargl von Das Tortenstudio war genau so ein Termin. Ich hatte es nicht erwartet, aber dafür habe ich mich besonders gefreut, nicht nur etwas mehr über Andrea zu erfahren, sondern auch ihren Schoko- und Red Velvet-Kuchen naschen zu dürfen.

Andrea hat von Kind auf gebacken. Angefangen hat es in Omas Küche, wo sie zum ersten Mal mit Kuchen, Torten und dem Marmelade-Einkochen in Berührung kam. Was eigentlich ihr Hobby war, wurde vor ca. 5 Jahren zu ihrem „Baby“. Nach Jahren im Marketing in der Pharma-Branche, absolvierte sie 2012 die Konditormeisterprüfung und führt seit Jänner 2015 Das Tortenstudio im 23. Bezirk in Wien. Mit ihren Tortendesigns war sie 2017 Finalistin beim Austrian Wedding Award.

So empfängt Andrea ihre Kunden.
Liebe Andrea, wie kam es dazu, dass du die Branche gewechselt hast?

Meine erste „Motivtorte“ habe ich für den 40. Geburtstag einer Freundin gebacken. Diese Torte kam so gut an, dass ich in weiterer Folge von Freunden und Bekannten gebeten wurde, auch für andere Anlässe zu backen. Dann kam eins zum anderen und nun führe ich Das Tortenstudio schon seit zwei Jahren.

Als Selbständige kann ich all meine Kreativität für mich nutzen und ich bin noch immer mit Leib und Seele Kommunikationsmensch. Ich liebe den Teil in meinem Unternehmen, der mit Kommunikation zu tun hat. zB Netzwerken mit Kollegen, die Gespräche mit meinen Kunden, Fotos von meinen Erzeugnissen zu machen und Neues zu schaffen.

Es ist mir passiert.

Wie würdest du deinen Torten-Stil beschreiben?

Der Look meiner Torten kommt aus dem anglo-amerikanischen Raum. Mir gefallen Torten mit hohen Etagen, auch mal etwas abseits des Üblichen. Hohe Hochzeitstorten sind meiner Meinung nach elegant und bieten mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Der Inhalt ist jedoch österreichisch: Ich backe nach alten Rezepten meiner Oma, verwende Obst aus meinem eigenen Garten und die Marmeladen mache ich nach Möglichkeit auch selbst.

Buttercreme, selbst gemachte Zuckerblumen oder Naked Cake mit frischen Früchten: All diese Kreationen kommen aus dem Tortenstudio von Andrea Kargl.
Woher nimmst du deine Inspiration?

Ich habe einen hohen Anspruch an mich selbst und möchte meine Kreativität in meinen Torten umsetzen. Inspiration erhalte ich schon mal durch Farbvorgaben und Elemente, die ich immer schon mal ausprobieren wollte und kombiniere gerne verschiedene Techniken miteinander. Ich bin eine, die einfach macht (lacht). Auch, wenn ich ein Design zum ersten Mal ausprobiere, funktioniert es eigentlich immer. Meine Ideen zeichne ich mir vorher auf und halte mich dann an die Skizze.

Wie kann man sich als Brautpaar die Zusammenarbeit mit dir vorstellen?

Der Erstkontakt verläuft über die Website. Ich habe einen Online-Fragebogen, wo meine Kunden mir Details zu ihren Wünschen und Vorstellungen mitteilen, damit ich mich auf das erste Gespräch vorbereiten kann. Einmal im Monat findet im Tortenstudio ein Verkostungswochenende statt, zu dem ich meine Kunden einlade. In exklusiven Einzelgesprächen können sie meine Torten verkosten und lernen mich und meine Backstube kennen. Wichtig ist mir, dass sich meine Brautpaare schon vorab Gedanken zum Aussehen, Geschmack und Design ihrer Torte machen, dann ist die Besprechung konkreter.

Worauf achtest du bei deiner Arbeit besonders?

Ich habe zwei Prinzipien, die ich nicht breche:

  • Ich bin Vegetarierin und arbeite in all meinen Erzeugnissen komplett ohne Gelatine.
  • Ich verwende nur saisonales Obst. Nachhaltigkeit ist mir wichtig, daher gibt es zB im April keine Himbeeren, Erdbeeren und Ribiseln.
Auch diese aufwendigen Motiv-Hochzeitstorten kann man im Tortenstudio bestellen.
Welche Tipps hast du für deine Brautpaare?
  • Portionsgröße: Diese ist abhängig vom Zeitpunkt, wann die Hochzeitstorte serviert wird. Immer mehr folgend dem (von mir unterstützen Trend) die Torte am Nachmittag bei der Agape anzuschneiden. Das hat viele Vorteile: Man erspart sich Häppchen; Kaffee & Kuchen ist am Nachmittag passend; die Gäste haben eine Beschäftigung und die Torte bekommt einen richtig schönen Auftritt, weil alle Gäste noch da sind. Außerdem kann man den Tortenanschnitt als erste gemeinsame Handlung ansehen und das finde ich ein schönes Symbol.
  • Geschmack: Die Hochzeitstorte soll nicht nur super gut aussehen, sondern auch sehr gut schmecken. Ich lege Wert auf leckere, aber einfache Tortenfüllungen.
  • Echte Blumen: Viele Leute bedenken nicht, dass Blumen gespritzt werden und dass man diese Herbizide und Pestizide dann auf seiner Hochzeitstorte hat und mitisst. Ich rate daher von echten Blumen eher ab und arbeite hauptsächlich mit selbstgemachten Zuckerblumen. Wenn ich doch mit echten Blumen arbeite, verpacke ich die Blumenstiele wasserdicht, damit nichts aus der Blume herausrinnen kann und der Kontakt mit der Torte so gut es geht minimiert wird.

Das größte Kompliment für mich sind leere Teller 🙂

Isst du selbst gern Süßes?

Lacht. Nein, nicht unbedingt. Ich liebe meine Torten, weil sie nicht zu süß sind, aber ich brauche nicht viel davon. Ich habe eher das Faible „Fett und Salzig“ 🙂

Danke für das Interview, liebe Andrea!

Echt oder nicht echt? Diese Pfingstrose hat Andrea aus Zucker selbst gemacht.

Kontakt:

Das Tortenstudio
Andrea Kargl
Am Spiegeln 47
A-1230 Wien, Österreich

Tel.: +43 676 9662092
Website: www.tortenstudio.at
E-Mail: andrea@tortenstudio.at
Facebook: facebook.com/dastortenstudio
Instagram: das_tortenstudio

 

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